Leitgedanken des Trägers

Die ev. Kirchengemeinde Hohenberg ist froh und stolz, seit 1993 Träger des Elisabeth- Kinderhauses zu sein. Hinter dem Kinderhaus und an der Seite seiner Mitarbeitenden steht die Betreuung durch die evangelische Ortsgemeinde. Das äußert sich in einer engen Zusammenarbeit von Gemeinde und Kinderhaus, im Mitspracherecht des Kirchenvorstandes, bei der Einstellung von Mitarbeitern und der Ausstattung der Einrichtung.

Dem entspricht eine christliche Prägung der Einrichtung. Die Kirchengemeinde delegiert dabei die Ausübung ihres christlichen Auftrags an die Leitung und die Mitarbeitenden des Kinderhauses. Kinder, welche unsere Einrichtung besuchen, werden demnach in den Genuss einer christlichen Erziehung kommen, die den Glauben an Gott und ein christliches Menschenbild vermittelt. Am Beispiel von Jesus Christus orientiert sich unser Umgang mit Menschen. Als Ortsgemeinde wollen wir Eltern und Kindern auf diesem Weg nahe kommen und sie in die Gemeinde einladen. Die Toleranz gegenüber anderen Religionen und Konfessionen gehört dabei selbstverständlich zu unseren Grundwerten.

Mit der Trägerschaft des Kinderhauses verbindet sich für die Kirchengemeinde die Wahrnehmung von christlicher Verantwortung für die Gesellschaft. Damit übernehmen wir, für unsere Kommune stellvertretend, eine wichtige Aufgabe. Wir ermöglichen Kindern die Betreuung in einem Schutzraum und Eltern eine pädagogische Unterstützung bei der Erziehung ihrer Kinder. Zugleich schaffen wir damit Voraussetzungen für die Berufstätigkeit der Eltern. Nichts erscheint uns wichtiger, als das Werden der Kleinen in unserer Gesellschaft zu fordern und zu fördern. Dies kann nicht besser geschehen als in einem Kinderhaus, der neben den sozialen und ökologischen Grundsätzen auch die christliche Prägung im Auge behält. Unser Ziel ist es Kinder zu bewussten Menschen zu erziehen, die gerne Verantwortung für andere übernehmen.

Der Kirchenvorstand steht voll hinter der verantwortungsvollen Arbeit des Elisabeth- Kinderhauses und wünscht weiterhin gutes pädagogisches Arbeiten mit Gottes Hilfe.
 
Kirchenvorstand der Ev.-luth. Kirchengemeinde Hohenberg an der Eger.


Leitgedanken unserer pädagogischen Arbeit

Unser Bild vom Kind

Im Mittelpunkt all unserer Überlegungen steht für uns immer das Kind. Ihm wollen wir in unserem Haus einen beständigen Schutzraum bieten, in dem es seine Stärken zu stärken lernt, und wir es dabei unterstützen, seine Schwächen zu schwächen.
Wir orientieren uns an den Bedürfnissen der Kinder und ihrer Familien. Kinder brauchen vor allem Kontinuität, Anerkennung und das Gefühl des grenzenlosen Angenommenseins. In der Grunderfahrung der Geborgenheit gewinnen sie Selbstvertrauen und Sicherheit. Daraus entwickelt sich die Fähigkeit zum selbst bestimmten Handeln, was die Basis zu einer selbstbewussten, lebensbejahenden Persönlichkeitsentwicklung darstellt.
In unserem Haus lebt das Konzept der “offenen Arbeit”. Was heißt das konkret?
Die Kinder gehören, wie in jeder gewöhnlichen Einrichtung, einer Stammgruppe an. Sie haben aber täglich nach dem Morgenkreis die Möglichkeit, sich den Raum, die Spielpartner und die Erzieherinnen nach individuellen Kriterien und Bedürfnissen frei zu wählen. Offen zu arbeiten heißt zwar, den Kindern Freiraum im ganzen Haus zu gewähren, es reicht aber nicht, nur die Türen dafür zu öffnen.
Die Offenheit muss zuallererst vor allem innerhalb des pädagogischen Teams gewährleistet sein. Die Mitarbeiterinnen müssen die Bereitschaft mitbringen, sich für alle Kinder und alle Belange der Einrichtung verantwortlich zu fühlen. Sie legen generell eine offene Haltung gegenüber den Eltern, Kindern und Dritten an den Tag. Das Team ist offen für Weiterentwicklung, Wandel und Veränderung.
Offenheit heißt jedoch nicht Beliebigkeit. Je offener wir arbeiten, umso klarere Strukturen brauchen Kinder und Erwachsene. Verlässlichkeit ist die Vorraussetzung für das Gelingen einer guten pädagogischen Arbeit und einer gesunden Bindung zum einzelnen Kind.

In unsere Krippengruppe „Kleine Sonne“ werden die Kinder kontinuierlich von einem festen Krippenteam betreut. Diese Mitarbeiter sind dauerhaft dem Krippenbetrieb zugeteilt und partizipieren nicht am offenen Betrieb des Kinderhauses. Diese verlässliche Bindung ist für Kinder im Kleinkindalter von existentieller Bedeutung. Nur die Kontinuität ermöglicht ihnen den Aufbau einer sichern Bindung zu ihren Betreuungspersonen.

Und das sind unsere Ziele:

- Förderung der Autonomie der Kinder
- Kreatives Lernen, Bilden und Gestalten
- Wertschätzendes und tolerantes Miteinander
- Stärken der Selbständigkeit und des Entscheidungsvermögens
- Ausbau der Alltagsfähigkeiten
- Entwicklung von Gesundheitsbewusstsein
- Entfaltung der individuellen Persönlichkeit


Sozial-emotionaler Bereich

Werte und Normen in der Gemeinschaft leben

Die Kinder sollen lernen, andere so zu akzeptieren und anzunehmen wie sie sind. Im Kinderhaus machen die Kinder mit anderen Kindern und Erwachsenen Erfahrungen bei gemeinsamen Aktivitäten – vom Tischdecken über Spiele bis hin zu gemeinsamen Projekten.
Soziale Kontakte und Freundschaften sind für die Gestaltung ihres Lebens notwendig. Unsere offene Arbeit erleichtert es den Kindern ihren Wünschen und Bedürfnissen nachzugehen. Auch bei der Wahl des Spiels, des Raumes oder des Spielpartners, können die Kinder selbst entscheiden. Dadurch entwickeln sich unter den Kindern zum Teil tiefer gehende Freundschaften.
Das Team hilft den Kindern dabei, indem es sich offen und wertschätzend verhält.
Das Zusammenleben von Menschen erfordert auch Regeln, die entwickelt, akzeptiert und eingehalten werden müssen, die aber auch jederzeit veränderbar bleiben sollen.
Trotz Regeln kommt es vor, dass auch einmal gestritten wird. Hier ist es ganz wichtig für uns, den Kindern zu vermitteln, wie sie in einer solchen Situation reagieren können. Zurücknehmen, Zuhören, Aussprechen lassen, Gefühle benennen können und äußern und die Toleranz dem Anderen gegenüber sind uns hier besonders wichtig. Die Kinder wissen aber auch ganz genau, dass sie zu uns kommen dürfen, wenn sie die Situation nicht alleine lösen können.
Für viele Kinder wird das Kinderhaus ein zweites Zuhause. Die Kinder bauen zu uns als Team eine vertrauensvolle Beziehung auf. Sie lernen uns kennen, sie finden ihre Rolle in der Gruppe und fühlen sich dadurch wertgeschätzt und geborgen.
Diese Grundlage lässt es zu, auch einen positiven Kontakt zum Elternhaus des jeweiligen Kindes herzustellen. Dieser Kontakt ist sehr wichtig, da wir uns als Team mit den Eltern als Bildungs- und Erziehungspartner verstehen, d.h. wir teilen uns einander mit und haben als gemeinsames Ziel die positive Entwicklung des Kindes.


Gesundheitserziehung

Gesundheitstag, Kletterkurs, Bewegungsbaustelle

Ausgewogene Ernährung, Bewegung und frische Luft sind für die gesunde Entwicklung der Kinder Voraussetzung.
Auch bei uns im Kinderhaus gibt es unterschiedliche Tages- und Wochenschwerpunkte, an denen wir besonders auf diese eingehen.
Da wäre zum einen der Kletterkurs, der allen Kindern offen steht. Hierfür haben wir eine große Kletterwand im Haus, an der die Kinder sich selbst ausprobieren können, ihre körperlichen Grenzen kennenlernen und Selbstvertrauen finden.
In der offenen Zeit haben die Kinder die Möglichkeit die Bewegungsbaustelle zu besuchen. Neben alltäglichen Materialien, wie z. B. Schachteln und Brettern, bieten wir dort auch Bewegungsgeräte an wie Rollbretter, Matten, Langbank, Kasten, Bälle ... mit denen die Kinder selbständig Körpererfahrungen machen können. Gemeinsam überlegen die Kinder, was sie aus den verschiedenen Materialien konstruieren wollen, sprechen sich ab, versuchen die Pläne umzusetzen, stoßen aber auch hier manchmal an Grenzen.
Hierbei nehmen die Kinder sich selbst, ihren eigenen Körper wahr und lernen ihn besser kennen und auch der Raum wird bewusster wahrgenommen, weil dieser teilweise in allen Ecken und in allen Höhen genutzt wird.
Selbstverständlich gibt es bei uns auch einen geplanten Turntag, der im 14tägigen Wechsel in altershomogenen Gruppen in der Schulturnhalle stattfindet. Dort steht uns ein größerer Raum zur Verfügung und wir haben die Möglichkeit speziellere Turngeräte wie Ringe, Trampolin, Weichbodenmatten, Sprossenwände usw. zu nutzen.
Einmal pro Woche praktizieren wir im Kinderhaus einen Gesundheitstag, an dem die Spielsachen im Schrank bleiben. Den Kindern wird an diesem Tag etwas anderes angeboten, z. B. Kegeln im Gang, die Bewegungsbaustelle, Höhlenbau in den Räumen aus Tischen und Stühlen, verschiedene Materialien aus dem Rhythmikbereich wie Sandsäckchen, Seil, Ball, ...
Ganz generell ist es uns wichtig, dass die Kinder sich gesund ernähren und auch die Brotzeit danach gestaltet wird.
Am Gesundheitstag selbst bieten wir den Kindern in der Brotzeitstube ein gesundes Frühstück in Form von Müsli mit Obst und Joghurt an.
In der Angebotszeit dreht sich an diesem Tag alles um Gesundheit, Bewegung und unseren Körper.
Im Miteinanderleben im Kinderhaus gehört natürlich auch die Sauberkeitserziehung mit dazu. Nicht nur in der Krippe, wo das Wickeln und das Sauberwerden in diesem Bereich im Vordergrund stehen, sondern allgemein in allen Altersklassen gehört es selbstverständlich dazu, regelmäßig Hände zu waschen, die Toilette sauber zu hinterlassen und auch auf die Zahnhygiene zu achten.


Sprache, Musik, Kreativität

Miteinander singen und musizieren, Atelier, Kinderkonferenz

Musik begleitet uns durch den gesamten Tagesablauf. Ob beim Morgenkreis, im Freispiel, in der Bewegung, in Geschichten, bei Fingerspielen, Kreisspielen, allein oder zusammen – das Kinderhaus macht einfach gern Musik.
Beim gemeinsamen Singen erleben die Kinder Spaß, sie haben Freude an der Bewegung, die mit Musik immer verbunden ist, sie bekommen ein Gespür für Rhythmen in der Sprache und machen Erfahrungen im Umgang mit Instrumenten verschiedenster Art.
Musik enthält auch ruhige Momente. Unsere Krippenkinder schlafen auch gerne bei sanfter Einschlafmusik ein und auch die Kindergartenkinder entspannen sich hin und wieder bei sanften Klängen.
Als Highlight gibt es im Kinderhaus einen Flötenkurs, der einmal wöchentlich am Nachmittag stattfindet. Hier werden die ersten Erfahrungen mit einem eigenen Instrument gemacht und ein erster Zugang in die Notenlehre wird gefunden.
Neben der musikalischen Erziehung ist uns die Kreativitätserziehung wichtig. Kinder malen größtenteils sehr gerne, sie basteln, reißen, schneiden, kleben, kleistern – wenn man sie lässt.
Im Kinderhaus haben die Kinder täglich die Möglichkeit der freien Entfaltung in unserem Atelier. Dort stehen den Kindern verschiedene Materialien zur Verfügung, mit denen sie ihrer Fantasie und Kreativität freien Lauf lassen können.
Um eine lernende Gemeinschaft zu sein, ist die Mitsprache-Möglichkeit der Kinder in unseren Überlegungen von Bedeutung. Schon zu Tagesbeginn bringen sich die Kinder im Morgenkreis mit ein, in dem sie von Erlebnissen erzählen, bei Gehörtem nachfragen können und auch über den Tagesablauf informiert werden. An den eigenen Interessen orientiert, können sie sich dann für ein bestimmtes Angebot entscheiden.
Bei Kinderkonferenzen geht es um spezielle Themen, über die mit den Kindern des Kinderhauses gesprochen, überlegt, diskutiert und abgestimmt wird. Hierfür entstehen kurzfristig themenbezogene Kleingruppen, so dass nicht immer alle Kinder bei allen Themen einbezogen sind. So gab es z. B. eine Kleingruppe für den Naschgarten, in der das Projekt komplett mit den Kindern durchdacht wurde. Was muss vorher passieren, was brauchen wir, wen brauchen wir, wie gestalten wir, ... Beim Anlegen des Gartens wurden dann noch Helfer dazu geholt, z. B. die Hortkinder für die Gestaltung des Zaunes.


Religiöse Erziehung

Glauben leben, helfen, angenommen sein

Wir sind ein evangelisches Kinderhaus und deshalb ist es für uns ganz selbstverständlich, die christlichen Feste mit den Kindern zu feiern. Osterandacht, Erntedankfest und Weihnachtsandacht werden von allen mit Liedern, Gebeten und Anspielen gestaltet. Auch ein Familiengottesdienst im Frühjahr ist fester Bestandteil unseres Kindergartenjahres. Für diese Andachten, Feiern und Gottesdienste gehen wir in die Hohenberger Elisabeth-Kirche.
Alljährlich werden an unserem Stand am Martinsfest von den Kindern selbst gestaltete Basteleien, gekochte Köstlichkeiten und anderes zum Verkauf angeboten. Der Reinerlös wird zur Hälfte zur Unterstützung eines sozialen Projektes verwendet.
So haben wir erstmalig im Jahr 2010 die Aktion „Weihnachten im Schuhkarton“ unterstützt.
In unserem Kinderhaus-Alltag wollen wir den Kindern auch in religiöser Hinsicht ein Vorbild sein. Darum ist es uns ein Anliegen, bei den Mahlzeiten zu beten, christliche Lieder zu singen, höfliche Umgangsformen zu wahren (wir sagen DANKE und BITTE), wir achten auf ein hilfsbereites und liebevolles Miteinander.
Jedes Kind ist angenommen, egal welcher Herkunft, welcher Kultur und welchen Glaubens.


Naturwissenschaftlicher Bereich

Schlaufuchswochen, Naschgarten, Schlittenberg

Zu unserem Kinderhaus gehört ein sehr großer, weitläufiger Garten, den wir mit den Kindern so oft es geht nutzen. Seit 2010 gehört zu unseren Außengeräten ein Bauwagen, der uns für die Schulkinder geschenkt wurde und der von ihnen selbst gestaltet wird.
Für unsere Krippenkinder gibt es einen separaten Garten mit Spielgeräten, die für ihre Altersgruppe geeignet sind.
Den Kindergartenkindern stehen verschiedene Spielmöglichkeiten zur Verfügung, z. B. unsere Hexenküche, ein großer Sandkasten, verschiedene Fahrzeuge, eine Hangwellenrutsche und besonders zu erwähnen ist für die Winterzeit unser direkt angrenzender Schlittenberg.
Eine kleine Ecke unseres Gartens haben wir abgeteilt, um dort einen Naschgarten anzulegen. Hier stehen verschiedene Beerensträucher und ein Apfelbäumchen, die nun von den Kindern umhegt und umsorgt werden, damit wir das Obst von dort ernten und naschen können.
Einmal im Monat findet für die Vorschulkinder die Schlaufuchswoche statt. In dieser Woche wird der Zahlen-, Mengen- und Ordnungsbegriff in verschiedenen Handlungsfeldern erarbeitet, hierzu zählt z. B. das Zahlenland und das Erkennen und Benennen von verschiedenen Formen.
Des Weiteren machen die Schlaufüchse spielerisch Erfahrungen mit der Phonologie. Zur Phonologie gehört das Zerlegen von Worten in Silben, in Laute und in Buchstaben, es zählt der Sprechrhythmus dazu, das genau Hinsehen und Zuhören wird trainiert und auch lustige Reime können von den Kindern selbst gebildet werden.
"Wer seinen Hafen nicht kennt, für den weht immer der falsche Wind" (Seneca)
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